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 Geschichte des Karate

 Die Anfänge

Obwohl Okinawa durch den Handel mit China erblühte, verarmte das Volk durch die Diktatur der Zentralregierung und selbst die Shizoku (Adel) hatten keine eigenständige Macht. Als die Japaner die Ryukyu besetzten und das Waffenedikt erneuerten, wurden die Bemühungen der in Shuri konzentrierten Shizoku nach Selbstbestimmung nur noch mehr herausgefordert.

Die logische Konsequenz davon war die Bewahrung des jahrhundertealten Te (okinawanisch Ti, durch die Japanisierung in Te - Hand - umgewandelt). Doch diese Kampfkunst war ein Privileg der oberen Klasse, genauer gesagt der Anji (Fürsten), und keineswegs konnten die übermüdeten und verarmten Bauern das Te erlernen.

Als man 1724 den Shizoku aus Shuri erlaubte, sich aus der Hauptstadt zu entfernen, zogen viele von ihnen in entlegene Gebiete und betrieben Landwirtschaft. Natürlich nahmen sie ihre Bräuche und auch ihre Kampfkünste mit, doch es ist nicht anzunehmen, dass ein Shizoku seinen versklavten Bauern Kampftechniken des Te beibrachte.

 Weitere Entwicklung

Über die Existenz der chinesischen Quanfa-Stile auf Okinawa wird unterschiedlich berichtet, doch geschichtlich dokumentiert ist erst die Ankunft Kushankus, der seinen Shaolin-Stil durch die Kata Kushanku (heute Kanku) repräsentierte. Seit jener Zeit spricht man von To-Ti (Tode) und verbindet das okinawanische Ti (Te) mit dem chinesischen To (Quan-fa).

Zum ersten Mal nahmen die Lehrer dieser neuen Kampfkunst auch Schüler aus dem Volk an und verletzten damit das Privileg der Shizoku, alleinige Repräsentanten der okinawanischen Selbstverteidigung zu sein. Doch diese Entwickling fand erst im 19. und 20. Jahrhundert statt und hielt bis etwa 1950 an. Diese Methode nannte man Tode, Okinawa-te oder Karate (Kempo), und sie ist der Nährboden für alle heutigen Stile des Karate. Trotzdem existierten die reinen Te-Stile der Shizoku nebenher weiter.

Historisch gesehen ist das Te der Kampfstil der okinawanischen Könige, Prinzen und Anji (Fürsten) aus Shuri. Das Tode (Karate) wurde hingegen von den niederen Shizoku aus Naha, Shuri und Tomari entwickelt, und zwar mit Hilfe der chinesischen Lehrer. Doch ein großer Teil des okinawanischen Tode (Karate) kann nicht als Naha-te, Shuri-te oder Tomari-te gelten und stellt daher die bisherige Klassifizierung in Frage.

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