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25. Juni 2011 16:42 Alter: 327 days
Kumite – vom Kampf gegen sich selbst
Kata-Lehrgänge sind inzwischen etabliert. Aber ein reiner Kumite-Lehrgang? Das klingt zunächst einmal gefährlich – ob man das ohne größere Verletzungen übersteht...?
Im Juni konnte man beim PSV Karlsruhe das Experiment wagen, denn Sensei Detlef Krüger, ehemaliger Kumite-Weltmeister, führte die zahlreichen Teilnehmer bei seinem Lehrgang in die Feinheiten des Kumite ein. Immerhin ist das Kumite zusammen mit Kihon und Kata eine der drei Säulen des Karate-Do und darf nicht vernachlässigt werden.
Zur Aufwärmung ließ uns Detlef verschiedene Techniken im Kihon üben, die anschließend mit dem Partner als Kombination angewendet wurden, um vor allem Aktion und Reaktion zu trainieren.
Zunächst startete man seinen Angriff nach einer Finte des Partners, später gab man selbst den Impuls für seinen Angriff vor. Klingt leicht, aber schon bald bemerkten wir, wie anstrengend es sein kann, sich aufmerksam auf den Partner zu konzentrieren und dann den besten Moment für den Angriff bzw. Konter zu finden. Ganz zu schweigen von der körperlichen Anstrengung.
Sensei Krüger lief inzwischen durch die Reihen, verbesserte und erklärte freundlich, voller Geduld mit unseren Versuchen, seine Hinweise umzusetzen.
Später wurde es richtig kompliziert, denn wir sollten in einer Serie die verschiedenen Techniken mit abwechselndem Impuls und Angreifer üben. Gerade als man dann dachte, die Übungen einigermaßen verstanden zu haben, kam die erhöhte Schwierigkeitsstufe. Unbarmherzig ließ uns Detlef die Kombinationen später noch in verschiedenen Varianten trainieren, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, als Go no sen und als Deai...Für alle, die nicht auf Wettkämpfen starten, eine ungewohnte Erfahrung, welche den Respekt vor unseren Wettkämpfern und ihrer Leistung sehr steigerte.
Dies gab uns auch eine Vorstellung davon, dass man ein möglichst großes Angebot von Bewegungsmustern trainieren sollte, um im Ernstfall flexibel darauf zugreifen zu können. Und das Training blieb auch in der zweiten Einheit abwechslungsreich und spannend. Neben der bereits angesprochenen Taktik wurde der Schwerpunkt auf Reaktion, Geschwindigkeit und Flexibilität gelegt.
Die Angst, nach dem Training verletzt und verhauen nach Hause zu ziehen, hat sich übrigens als NICHT begründet erwiesen Das Training mit dem Partner blieb kontrolliert und stellte sich als hervorragende Methode heraus, schnelles und gutes Feedback zu bekommen, ob das Erlernte auch klappt. Und ein kräftiger Muskelkater am Folgetag war der Beweis dafür, dass wir tatsächlich fleißig geübt hatten, und das Training nicht ganz das Übliche und Gewohnte für unsere Muskeln war.
Für die meisten Karateka war dies der erste Lehrgang bei Sensei Krüger, oder überhaupt der erste Kumite-Lehrgang. Die einhellige Meinung bestätigte, dass das Training interessant und abwechslungsreich war und auch sehr viel Spaß gemacht hat – ein nicht unerheblicher Faktor, um effizient zu lernen...
Insgesamt haben wir einige neue Einflüsse und Eindrücke gewonnen, um unser Training zu inspirieren und freuen uns, Detlef Krüger auch im nächsten Jahr wieder im PSV Karlsruhe zu Besuch haben zu dürfen.

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