Erfolgreiche Europameisterschaft
Sara Baradaran war als jüngstes Kadermitglied zur Teilnahme an der Karate-Europameisterschaft der Japan Karate Association JKA in Bochum nominiert worden. Tatsächlich hat sie sich in dieser harten Umgebung gut durchgesetzt: zweimal Bronze in den beiden Disziplinen, in denen sie angetreten war: Kata-Einzel und Kata-Team, hier zusammen mit Melissa Rathmann vom Karate Dojo Ochi Troisdorf und Lena Behrman von Karate Dojo Shogun Bremen. Im Einzel platzierte sie sich mit Sochin nach den Kämpfern aus Ungarn und England, das Kata-Team schaffte es mit Bassai Dai hinter den Teams aus England bzw. Belgien. Obwohl Sara etwas enttäuscht war, ist das für solch eine anspruchsvolle Umgebung doch ein überzeugendes Ergebnis!
Gekämpft wurde getrennt nach Männern und Frauen in den Disziplinen Kata-Einzel, Kata-Team sowie Kumite-Einzel und Kumite-Team, jeweils Junioren und Senioren. Insgesamt war Deutschland mit Medaillen in fast allen Disziplinen das erfolgreichste Team der EM 2010. Die Kata-Teams der Frauen und der Männer Senioren sowie das Kumite-Team Junioren der Männer holten Gold, aber am häufigsten kamen die deutschen Kämpfer auf den 3. Platz oder holten in Einzelfällen Silber. Kein Erfolg hatte Deutschland in Kumite-Team der Männer Senioren und Kata-Einzel der Frauen Senioren. Immerhin kam es hier zu einem spannenden Stechen, als Italien und Schweden die gleiche Punktzahl holten. Letztendlich wurde Italien dann erster und Schweden zweiter.
Die Atmosphäre in der Bochumer Jahrhunderthalle war allerdings gewöhnungsbedürftig, das Umfeld – eine umgebaute Produktionshalle – nicht so richtig für Sportveranstaltungen geeignet. Die Sitzplätze waren nummeriert wie im Kino, also mussten Zuschauer, die in der Gruppe zusammen sitzen wollten, auch gleichzeitig die Eintrittskarten kaufen. Die Kämpfe fanden weit weg und winzig klein auf 6 Tatamis gleichzeitig statt, dadurch war es schwierig, eine Übersicht zu behalten und die Kämpfe richtig würdigen zu können. Vielleicht lag dies der Grund, dass manche Teilnehmer teilweise mit einem enttäuschenden Niveau rüberkamen? Immerhin gab sich dies beim Finale, wir sicherten uns Plätze im vorderen VIP-Bereich, da viele Honoratioren inzwischen schon vom Zuschauen erschöpft die Veranstaltung verlassen hatten. Verbissen und zeitintensiv wurde um die Medaillen gekämpft.
Auch ein Rahmenprogramm wurde geboten: von Taiko-Trommlern, welche die EM eröffneten bis zu einem Bochumer Verein für rhythmische Sportgymnastik und einer Karate-Vorführung des Bochumer Dojos zu Musik, bei der zum Abschluss spektakulär eine Flasche am Kopf des Gegners zerschmettert wurde. Wobei der Unterhaltungswert durch die nachfolgende Splitter-Aufräumaktion noch gesteigert wurde, schließlich wollten als nächstes die Finalisten auf die Tatamis…